Bienen-Patenschaften (in der Praxis)

Bienenpatenschaft – Praxisbeispiel für Imkerinnen und Bienen-Paten (ganzes Volk)

(zum selber Nachmachen, inkl. sinnvoller Vorlagen zur freien Verwendung)

Für eine Bienen-Patenschaften gibt es unterschiedliche Angebote, die entweder für Privatpersonen oder für Unternehmen und Organisationen passen.

Fluglochbild, Bienenpatenschaft

Allen gemeinsam ist, die Haltung von Bienen zu unterstützen, so dass es als Ergebnis mehr gesunde Bienenvölker gibt, als dies ohne diese Patenschaften der Fall wäre.

Einige Angebote, die sich vor allem an Privatpersonen wenden, sind gut in dem Beitrag Bienenpatenschaft“ (imkerpate.de) beschrieben.

In der Initiative lebenswertes Chemnitz„, ist anhand erster Unternehmen als Bienen-Paten das hier detailliert dokumentierte Bienen-Paten Angebot entstanden, welches sowohl für Imker, als auch für:

  • Unternehmen,
  • Organisationen,
  • Stadtverwaltungen
  • Tiergärten / Zoos
  • u.a.

sehr interessant zur Nachahmung ist.

Diese Bienen-Patenschaft ist so komplett dokumentiert und mit Vorlagen (siehe unten) aufbereitet, dass eine einfache Nachahmung durch jeden Imker oder Imkerverein einfach möglich ist.
Ziel ist es, dass ein potentieller Bienenpate und eine Imkerin nur die Adressen und Logos in den Vorlagen austauschen müssen und die Bienenpatenschaft starten kann. Dieses Nachmachen ist erhofft und erwünscht, damit es zukünftig mehr gesunde Bienenvölker in D-A-CH gibt.

Bienen-Patenschaft (Gliederung)

  • Konzept der Bienenpatenschaft
  • Nutzen der Bienenpatenschaft für Bienen-Paten, Bienen+Umwelt und den Imker
  • Ablauf der Bienen-Patenschaft
  • hilfreiche Dokumentvorlagen zur Umsetzung einer solchen Bienen-Patenschaft.

Konzept der Bienenpatenschaft

Eine Bienenpatin unterstützt ein oder mehrere Bienenvölker an ihrem eigenen Standort, z.B. auf dem eigenen Firmengelände (Variante 1) , oder ein Bienenvolk (auch mehrere möglich) am Stand des Imkers (Variante 2). Dazu kauft der Bienenpate vorab den überwiegenden Teil des Honigs „seiner“ Bienenvölker zu einem „Bienenpaten – Preis“, der den zusätzlichen Aufwand für den Imker zumindest teilweise abdeckt. Dafür erhält der Bienenpate eine Urkunde, seinen Honig mit personalisiertem Etikett, die Kennzeichnung „seiner“ Bienenvölker und evtl. die Freude täglich „seinen“ Bienenvölkern auf dem eigenen Gelände zuzusehen und sich selbst und seine Mitarbeiter über Fragen an die Imkerin bei den Pflege- und Kontrollbesuchen weiterzubilden. Den Stand auf dem eigenen Gelände stellt die Bienen-Patin dem Imker zur Verfügung. Alles weitere bringt die Imkerin in die Bienen-Patenschaft ein.

Das Eigentum an den Bienenvölkern, die Pflege der Bienenvölker und auch die Verantwortung und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Bienenhaltung verbleibt beim Imker. Beide Varianten führen dazu, dass die Imkerin mehr Bienenvölker pflegt, als sie es ohne Bienen-Pate tun würde. Die Gesamtzahl der Bienenvölker steigt damit und die Betreuung erfolgt durch ausgebildete Imker, so dass eine gute professionelle Bienenhaltung und eine gute Wissensvermittlung an den Personenkreis (Mitarbeiter, Besucher, Geschäftspartner) beim Bienen-Paten erreicht wird. Es wird eine „Win – Win -Win“ (Bienenpatin – Umwelt/Bienen – Imkerin)  Situation wie folgt geschaffen:

Nutzen für den Bienen-Paten, die Umwelt und die Bienen

Natürlich kann mit diesem Nachhaltigkeitsprojekt ein Beitrag zur „Social Responsibility“ des Unternehmens geleistet werden, welcher über den eigenen Honig und den eigenen Bienenstand noch hinaus geht. Jedoch die größeren Vorteile ergeben sich für den Natur-, Bienen- und Insektenschutz, weil:

  • Die Mitarbeiterinnen, aber auch die Kunden und Besucher der Bienen-Patin, können live die Entwicklung „Ihres“ Bienenvolkes miterleben und damit selbst sehr viel über Bienen und angrenzende Themengebiete lernen. Bei den Bienenvolk-Durchsichten kommen regelmäßig einige Mitarbeiter in die Nähe, stellen Fragen, fotografieren, filmen und entwickeln so ein emotional unterstütztes Wissen zu Bienen. Jede Bienendurchsicht wird so zu einem kleinen „Bildungsimbiss“, nicht nur zu Honigbienen, sondern auch zu Wildbienen, anderen Insekten und Umwelt-Themen, wie z.B. Blühflächen.
  • Über die Blühflächen- und Wildbienen-Themen wird die Grundlage und Motivation für weitere nachhaltige „Insektenpflanzen“ (nicht nur Blühflächen), Überwinterungsplätze und Brutplätze/Behausungen (nicht nur Insektenhotels)  gelegt.
  • Wenn diesem Modell ab 2020 mehr Imkerinnen folgen, entstehen über Deutschland und andere Länder verteilt neue Bienenstände und Bienenvölker. Es werden nicht nur die Pflanzen besser bestäubt, sondern es erfolgt über die „Bildungsimbisse“ auch eine intensive Verbreitung des Wissens und der Sensibilisierung für Bienen und Natur.
  • Das Naturschutzthema wird somit direkt in die Unternehmen und Organisationen der jeweiligen Regionen getragen, belohnt mit dem eigenen süßen Honig der Organisation vom eigenen Stand.
  • Imker und Organisationen/Unternehmen der Region arbeiten gemeinsam Hand in Hand. Es entsteht ein positives Netzwerk zwischen den Menschen der Region über ein Naturschutz-Thema als Ankerpunkt.

Nutzen für den Imker

Die Imkerei ist aufgrund einiger größerer Anschaffungskosten ein relativ teures Hobby, welches erst durch eine höhere Zahl an Völkern „selbsttragend“ wird. Bei einer größeren Anzahl von Völkern wird der Vertrieb und Verkauf des eigenen Honigs aufwendiger, wenn die privaten Kontakte dafür nicht mehr reichen. Bei einer geringen Völkerzahl bringt auch das „Wandern“ mit den Bienen zu anderen Standplätzen oder die Betreuung mehrerer Bienenstände nur mehr Aufwand als Nutzen. Hier setzt der Nutzen der Bienenpatenschaften für den Imker an:

  • Bei einer Bienenpatenschaft ist der größte Teil des Honigs (70% im Beispiel/Vorschlag hier) bereits an die Bienen-Patin verkauft. Es bleibt für den Honig: Schleudern =>Rühren =>Abfüllen =>Etikettieren => Übergeben. Die umständliche Vermarktung und der Einzelverkauf „Glas für Glas“  entfällt für den „Bienenpaten – Honig“.
  • Die Risiken und Chancen für den Honigertrag des Bienenpaten-Volkes“ liegen beim Bienenpaten, da der Gesamtpreis gleich ist, egal ob das Volk 20kg oder 40 kg Honig bringt. Durch die 30% des Honigs, den die Imkerin erhält, ist sie jedoch motiviert, das Volk so zu betreuen, dass der Honigertrag auch hoch liegt. Deshalb muss auch der Standort beim Bienen-Paten aus Sicht des Honig-Ertrags nicht 100% optimal sein.
  • Der Mehraufwand für die Betreuung des Bienenstandes bei der Bienen-Patin ist durch den „Bienenpaten – Preis“ für den Honig zumindest zu einem wesentlichen Teil mit abgedeckt. Der Bienenstand selbst wird durch den Bienen-Paten zur Verfügung gestellt (inkl. der Erstellungskosten nach Abstimmung mit der Imkerin).
  • Die Einnahmen aus den Bienen-Patenschaften sind eindeutig planbar und relativ sicher (wenn die Patin nicht insolvent wird).
  • Man kommt bei den Durchsichten der Bienenvölker bei den Bienenpatinnen mit interessierten Menschen zusammen, die fragen, zusehen und denen man sein Wissen zu Bienen, Natur und Umwelt weitergeben kann,  wodurch immer mehr Menschen für nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz sensibilisiert werden.
  • Es entstehen neue, auch interessante, Kontakte.

Ablauf der Bienen-Patenschaft

Wenn Ihr Euch mit einen Bienen-Paten einig geworden seit, ergibt sich folgender Ablauf, für den es im folgenden Abschnitt die benötigten Dokumentvorlagen gibt, so dass der Anfangsaufwand im ersten Jahr möglichst gering ist:

  1. Bienenpatenschafts-Vereinbahrung schließen. Es ist bei der Vorlagenauswahl zu beachten, ob man durch seine sonstige Berufstätigkeit Mehrwertsteuerpflichtig ist. Dann sollte die Mwst-Variante gewählt werden.
  2. Rechnung/Quittung (erste 50%) : Vorauszahlung der ersten Hälfte vor Aufstellung der Völker.
  3. Bienenpatenschaft – Urkunde an Bienenpaten übergeben. Vorher die Urkunde mit Namen und/oder Logo der Bienenpatin anpassen.
  4. Bienenstand beim Bienenpaten errichten (wenn es eine Partnerschaft mit eigenem Stand des Bienen-Paten ist): Erfolgt durch Bienenpate, ggf. mit Unterstützung des Imkers. Ein konkretes Beispiel eines „Rankgitter Bienenstandes“ ist im verlinkten Beitrag mit entsprechender Dokumentation enthalten.
  5. Völker auf dem Stand des Bienenpaten aufstellen (wenn es eine Partnerschaft mit eigenem Stand der Bienen-Patin ist). Neuen Bienenstand beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse entsprechend anmelden.
  6. Standkennzeichnung o. Volkskennzeichnung: Je nach Patenschaft entweder den Stand beim Bienenpaten kennzeichnen, oder das entsprechende Patenvolk am eigenen Stand. (entsprechende Vorlagenvariante wählen)
  7. Pflege der Völker und Honigernte
  8. ggf. individuelle Etiketten mit Bienenpatin abstimmen und drucken lassen, Konzept geht nur von einem individualisierten Deckel-Sticker aus, den die Patin ggf. auch auf Firmenkorrespondenz nutzen kann.
  9. Honig abfüllen, und gegen Übergabequittung übergeben
  10. Rechnung/Quittung (zweite 50%) mit letzter Honiglieferung
  11. Rückführung der Völker, oder Einfütterung und Varoa-Behandlung auf Bienenpatenstand und Rückführungszeitpunkt nach Vereinbarung

Dokumentvorlagen für die Bienenpatenschaft

Alle hier  frei zur Verfügung gestellten Vorlagen und Dokumente sind (sofern sie rechtliche Relevanz haben)  OHNE Garantie und OHNE Gewährleistung. Sie sind nur auf eigene Verantwortung zu nutzen ;-). Wenn Euch Fehler auffallen oder Ihr mit geänderten Abläufen und Vorlagen bessere Erfahrungen macht, stellt mir Eure Erfahrungen/Verbesserungen bitte zur Verfügung, damit wir sie weitergeben können. (Kontakt: Dirk Liesch)

Alle Vorlagen werden als  änderbare Dokumente (Word, Photoshop etc.) bereitgestellt, damit Ihr einfach die entsprechenden Änderungen für Euch vornehmen können.  Als zweite Datei ist jeweils die nicht (bzw. schwer) änderbare Version des Dokumentes angefügt (PDF, JPG usw.), welches auf jedem Gerät auch ohne die Spezialsoftware zumindest ansehbar ist.

Die „aracube“-Beispiellogos für den „Bienenpaten“ sind vor Nutzung der Vorlagen zu ersetzen (Stand- und Volkskennzeichnung, Urkunde und Etikett für Honigglasdeckel). Ansonsten können die Vorlagen nach Einsetzen Eurer persönlichen Daten und der Eurer Bienenpatin auch unverändert genutzt werden, wenn sie Euch gefallen. Ansonsten ändert, was Ihr möchtet.

Vorlagen zur Bienenpatenschafts-Vereinbahrung zwischen Bienen-Pate und Imker:

Vorlage zur Standkennzeichnung bei der Bienen-Patin:

Vorlage zur Patenvolk-Kennzeichnung bei der Imkerin:

Vorlage zur Bienenpatenschaft – Urkunde:

Vorlagen zu den Etiketten der Honiggläser (für 500g und 250g Gläser, Normalglas), sowie runder Deckel-Sticker:

Vorlage rundes Etikett 4cm für Deckel
Vorlage rundes Etikett 4cm für Deckel (Variante 1)
Vorlage rundes Etikett 4cm für Deckel (Variante 2)
Vorlage Etikett Deckel - Variante 3
Vorlage rundes Etikett 4cm für Deckel (Variante 3)

Vorlage – Quittung zur Honigübergabe

Vorlagen – Rechnung/Quittung (auch für Teilrechnung)

freiwillige Spendenmöglichkeit:
(Spenden Sie einen „Kaffee“, wenn Ihnen diese Informationen, Vorlagen und Dokumente Ihrer eigenen Bienenpatenschaft geholfen und Zeit gespart haben)