Archiv der Kategorie: Imkerei-Basics

Beschaffung & Einkauf

Was beschaffe/kaufe ich mir für die Bienenhaltung wo?

Die Suche und der Kauf im Internet, z.B. nach:

gibt schnell eine große Übersicht über den Markt und führt auch zum Erfolg. Allerdings erhaltet Ihr beim Imkereibedarf Anbieter in Eurer Region meist nicht nur eine gute Beratung zu den Produkten, sondern auch gute Tipps für die Bienenhaltung, da viele von ihnen selbst jahrzehntelange Imker sind.

Außerdem gibt es Produkte, die ungünstig für den Versand über das Internet sind und deshalb besser vom lokalen Anbieter selbst geholt werden. Dazu gehören insbesondere:

  • Honiggläser
  • Bienenfutter (für die Einfütterung), z.B. wenn man dieses dort selbst in seine Behälter in der gewünschten Menge abfüllen kann.

Zu Beginn der Imkerei steht aufgrund der recht hohen Anfangsinvestition  die Fragen im Raum:

  • Was kann ich selber bauen?
  • Was kann ich gebraucht kaufen?
  • Was kann ich in den ersten Jahren leihen?

Außer eine Imkerin gibt (z.B. aus Altersgründen) ihr Hobby auf, und ihr könnt deswegen ein ganzes Paket übernehmen, lohnt sich der Kauf in gebrauchtem Zustand wahrscheinlich meist nicht, oder nur in Ausnahmefällen.

Wenn Euer regionaler Imkerverein z.B. Schleuder, Dampfwachsschmelzer o.ä. „Großgeräte“ zur Ausleihe hat, oder es gar einen mitnutzbaren „Schleuderraum“ gibt, kann das in den ersten ein bis zwei Jahren eine sehr sinnvolle Option sein. Fragt einfach bei Euren Vereinen nach.

Das „Selber Bauen“ hängt hauptsächlich von folgenden Faktoren ab: Eurem handwerklichen Geschick, Eurem Interesse (habt Ihr Spaß daran) und dem Zeitbedarf, den Ihr in Euer Hobby hineinstecken möchtet. Sobald Ihr mit rechnen beginnt, ob sich das „lohnt“ (wirtschaftlich), ist das Ergebnis „Nein“, sehr wahrscheinlich. Wenn es Euch Spaß macht und Ihr die Zeit dafür habt, ist das Ergebnis oft „ja“, denn nichts geht darüber, das Ergebnis der eigenen Arbeit in der Hand zu haben und über Jahre zu nutzen.
In den ersten Jahren solltet Ihr bei „Imkerzubehör“ in dem Bienen leben sollen, nach fertigen Maßen und Erfahrungen eher „nachbauen“, statt gleich von Anfang an „Eigenentwicklungen“ einzubringen. Wenn ein paar Jahre Erfahrung mit dem Verhalten Eurer eigenen Bienen ins Land gegangen sind (Ihr also selbst erfahren habt, worauf es ankommt), ist die richtige Zeit für „eigene Kreationen“.

Hinweis: Es ist (derzeit) durchaus sinnvoll in der Bienenhaltung mehrere unterschiedliche Bezugsquellen zu nutzen, weil z.B. die Beuten (inkl. Zubehör) von einer Quelle durchaus viel passender sein können, als von der Bezugsquelle Eures Bienenfutters. Tauscht Euch hierzu untereinander in Eurem lokalen Imkerverein aus.


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Verkauf & Erträge

Welche Bienenprodukte möchte ich an wen verkaufen?

Bienenprodukte für Verkauf

Da es sinnvoll ist die Bienenhaltung mit 2-3 Völkern zu starten, stellt sich zumindest bereits im ersten Jahr die Frage: Wohin mit dem Honig?

Ein sehr schön geschriebener Beitrag zu diesem Thema ist „Honig verkaufen – ganz einfach oder unglaublich kompliziert?“ (Imkerverein Korbach).

Selbst bei nur 25 kg / Volk sind die resultierenden 50-75 kg, was 100-150 Gläsern a. 500g entspricht, zuviel für den Eigenbedarf.  Trotzdem sollte dies in so einem Umfang noch im Bekanntenkreis absetzbar sein.

Möchte ich jedoch zukünftig zumindest meine Kosten durch mein Imker-Hobby wieder einspielen oder es sogar als einen Nebenerwerb sehen, stellen sich die Fragen:

  • Welche Bienenprodukte möchte ich verkaufen und welche gesetzlichen und evtl. sogar steuerlichen Einschränkungen gibt es dabei?

Wenn ich nur Honig, Wachs, Pollen, Propolis, Gelée royale, Bienenvölker, Königinnen verkaufe, also die Produkte in „Reinform“, sind die Bestimmungen relativ überschaubar und einfach.

Wenn ich auch verarbeitete Produkte (Met, Honig-Rum, Peelings, Cremes, Seifen u.a. Kosmetikprodukte mit Honig/Wachs/Propolis/Bienengift etc.) verkaufen möchte, und dazu ggf. noch Drittprodukte zukaufe, wird es komplizierter und verlässt sehr schnell den „Hobby-Bereich“.

  • Muss ich mir ausreichende neue Vertriebswege erschließen, um z.B. die anfallenden Honig mit angemessenem Aufwand zu einem passenden Preis zu verkaufen?

Wenn ich z.B. den Honig aus mehr als 10 Völkern verkaufen will, muss ich die Verkaufskanäle schon rechtzeitig planen und erschließen, z.B. mit Bäckereien, Bioläden, Hofläden u.ä.  entsprechende Absprachen treffen. Das können aber auch innovativere „Vermarktungskanäle“ sein, wie z.B. die in den Praxisbeispielen beschriebenen „Bienenpatenschaften“, bei denen der Bienenpate den überwiegenden Teil des Honigs kauft, so dass für diese Völker der Honigverkauf gesichert ist.

  • Welche Kosten stehen dem Verkaufspreis gegenüber? Was ist also der reale Ertrag?

Auch wenn dies für das Hobby nicht gleich ein Betriebswirtschaftliches Studium erfordert, sind 100 verkaufte Honiggläser ( 5 Euro/Glas) eben nicht 500 € Ertrag. Allein Glas mit Deckel und Etikett kosten ca. 10%  (ca. 50 Cent/Glas) dieser Summe. Auch alles andere was ich in dem Jahr ausgeben muss, Futter, Medikamente, Fahrkosten, neue Rähmchen etc. reduzieren den Ertrag. Zumindest den ungefähren Kostenanteil sollte man im Hinterkopf haben, weil man ihn einmal überschlagen hat, wenn man seinen Ertrag aus dem Verkauf der jeweiligen Bienenprodukte abschätzt. Wer Spaß daran hat, kann natürlich daran auch eine ausführliche wirtschaftliche Berechnung üben.

Ein sehr Video was diese Thematik von Ertrag, Kosten und Zeitaufwand sehr schön veranschaulicht ist „Imkerei, Milchmädchen-Rechnung für Honig“ (Dauer: 5:17 min):


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Planung und Ziele

Was sollte ich planen?

Planung
Planung meiner Bienenhaltung (Bildquelle: Pixabay)

Da die Bienenhaltung ein Hobby ist, was doch eine größere Erstinvestition und Zeitaufwand erfordert, ist eine Planung sinnvoll. Dazu gehören sicherlich die eigenen Antworten auf folgende Fragen:

  • Was sind meine Ziele mit der Bienenhaltung? (Honigertrag, Spaß an der Freude oder Nebenerwerb, Tätigkeit in der Natur u.a.)
  • Wie erreiche ich diese Ziele? (Anzahl Völker, Bienenrasse, Beutensystem, Wabenformat, Betriebsweise u.a.)
  • Habe ich den Standort für den Bienenstand, ausreichend Lagerfläche für die Materialien und einen Schleuderraum? Was muss ich dafür noch tun/bauen und bis wann?
  • Was muss  ich wie und wann dafür tun? (Notwendige Arbeiten mit ungefährer Zeitplanung/zeitaufwandsabschätzung)
  • Was brauche ich dafür und muss ich woher bis wann beschaffen? (Was muss ich gleich zu anfang beschaffen, z.B. Bienen, Beuten, Rähmchen, Mittelwände, Einlöttrafo, Grundwerkzeug zur Arbeit mit den Bienen  etc.? Was kann ich ggf. im ersten Jahr leihen oder mitbenutzen, im Imkerverein oder bei einem Imker der Region, z.B. Schleuder, Wachsschmelzer etc.)? Was brauche ich erst etwas später, z.B. Gläser, Etiketten, Futter etc.? Was baue ich selbst? Was kaufe ich evtl. gebraucht? Wo kaufe ich was?
  • Wie nutze/verkaufe ich meine Bienenprodukte (z.B. Honig)? Muss ich für den Verkauf etwas überlegen, oder klappt das einfach im „Bekanntenkreis“?
  • Was muss ich und was sollte ich dokumentieren? Wie tue ich es (Vorlagen, Apps etc.)?

Zu planen sind auch Dinge, wie „Transport und Lager-Zargen“, die gerne übersehen werden. Denn worin transportiere ich Waben, wenn alle Zargen die ich habe, auf den Beuten stehen?

Den Ablauf von der Entscheidung Bienen zu besorgen, über das erste Bienenjahr bis zur Einfütterung einmal gedanklich durchzugehen inkl. der Planung, was man wann dazu benötigt, ist hilfreich. Ggf. kann man diese Planung auch mit seinem Bienenpaten durchsprechen, um etwas sicherer zu gehen, dass nichts Wichtiges vergessen wurde.

Dokumentation

Einen Überblick gibt die Dokumentation (die-honigmacher.de). Stockkarte, Honigbuch und Bestandsbuch  werden hier vorgestellt.

Auf jeden Fall einen Test wert ist die Dokumentationsfunktion der eigenen Bienenstände und Bienenvölker über die:

  • Imker-App,  „Meine Bienen“-Funktion  (Dokumentation der eigenen Stände und Völker): Eine gute Möglichkeit seine Völker zu dokumentieren, wenn man gerne mit Apps und IT arbeitet. Je nach Arbeitsweise kann die Bleistiftnotiz auf Papier-Stockkarten jedoch effektiver/schneller sein, da man schnell alles auf einen Blick hat und die „Jahreszettel“ auch problemlos schmutzig werden können.

Dokumentationsvorlagen: ToDo…


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Welche Haltungsform wählen?

Welche Haltungsform und Betriebsweise soll ich wählen?

Bienenwagen - Hinterbehandlung
Bienenwagen mit Hinterbehandlung, Detailansicht mit Klick auf Bild, Quelle Pixabay

Hinweis: Dieser Beitrag hat eine enge thematisch Verknüpfung mit dem Beitrag „Beuten – Bienenbehausung„.

Einen Einstieg in die Thematik findet sich unter

auf der Die Honigmacher-Site.

Die Haltungsform bzw. Betriebsweise und die Ziele, die ich mit meinem Imker-Hobby verfolge, hängen sicherlich recht eng miteinander zusammen. Deshalb muss ich mir bei der Wahl der Haltungsform/Betriebsweise zuerst über meine Ziele einig werden:

  1.  Nicht ertragsorientiert – Schlagworte: „wesensgemäße“, „artgerechte“, „naturnahe“ usw. Bienenhaltung
  2. Bestäubungs- & Honigorientiert (aus Spaß an der Freude) mit viel Zeit
  3. Bestäubungs- & Honigorientiert (aus Spaß an der Freude) mit weniger Zeit
  4. Ertragsorientiert wirtschaftlich/effizient

Zumindest bei den letzten drei Zielen, ist wahrscheinlich eine Betriebsweise auf Basis von Magazinbeuten für Neuimker die wahrscheinlichste Wahl. Langjährige Imker haben in ihren Bienenhäusern oder Bienenwagen hierfür noch teilweise Hinterbehandlungsbeuten in Betrieb.  Verfolgt man das erste Ziel (nicht ertragsorientiert), ist eine Vielzahl von alternativen Haltungsformen mit unterschiedlichen Beuten/Bienenbehausungen am Markt.  Eine Klarstellung noch:  Zumindest bei den Zielen 2+3 ist ebenfalls eine „wesensgemäße, artgerechte, naturnahe usw.“ Bienenhaltung problemlos möglich und wird gemacht. Selbst bei Ziel 4 ist dies möglich, auch wenn hier unterschiedliche Sichtweisen aufeinander prallen.

Imkern mit Magazin-Beuten

Magazin Beuten - Bienenbehausung
Magazinbeuten, Detailansicht über Klick auf das Bild, Quelle Pixabay

Mit  Magazinbeuten sind hauptsächlich zwei unterschiedliche Betriebsweisen verbreitet:

  • einzargiger o. mehrzargiger Brutraum (es wird mit kompletten Zargen als Brutraum/Bruträumen gearbeitet)
  • angepasster Brutraum (es wird mit nur einem Brutraum gearbeitet, wobei die Größe jeweils flexibel der Volkstärke angepasst wird, z.B. mit Dadant-Beuten)

Die Entscheidung für eine der beiden Betriebsweise ist zu Anfang vor Beschaffung der Beuten und Rähmchen noch sehr wichtig.

Ein weiteres Kriterium ist, ob man mit festem Stand imkern möchte , oder wandern (also mit den Bienen von Tracht zu Tracht ziehen) möchte.

Diese Kriterien spielen eine Rolle bei der Anschaffung der Materialien. Ob man dann später mit Mittelwänden, oder Naturwabenbau, mit oder ohne Absperrgitter usw. imkern möchte, lässt sich schnell und flexibel jederzeit ändern, ohne das dazu Investitionen ggf. doppelt zu tätigen wären.

Gute Entscheidungshilfen für die Haltungsform und Betriebsweisen, findet Ihr unter folgenden Quellen (Es reicht eine oder zwei davon anzusehen!):

Betriebsweise „angepasster Brutraum“: Ein Video, welches die Einengung des Brutraum im Frühjahr auf Dadant zeigt. Ähnlich ist es, wenn man mit anderen Beutenformaten, z.B. 1 1/2 DNM, mit „angepasstem Brutraum“ imkert. (Dauer 8:53 min):

Imkern mit Hinterbehandlungsbeuten

Hinterbehandlungsbeuten waren über viele Jahre vor allem in Bienenwagen und Bienenhäusern sehr verbreitet. Unter anderem, weil der zeitliche Aufwand pro Jahr und Volk höher ist, als bei Magazinbeuten, haben sich diese in den letzten Jahrzehnten immer stärker durchgesetzt.

Die folgenden zwei Videos stellen das Imkern mit Hinterbehandlungsbeuten vor. Das erste Video stellt die Hinterbehandlungsbeute und Ihre Bestandteile vor (Dauer: 17:03 min):

Im zweiten Video geht es darum, wie mit der Hinterbehandlungsbeute im Jahresverlauf geimkert wird. (Dauer: 14:57 min):

Bienenkiste & Co.

Das folgende (recht lange) Video „Wahl der Beute: Bienenkiste oder richtig Imkern?“ von „nordbiene.de“ handelt nicht nur vom imkern mit der „Bienenkiste“, sondern enthält eine fundierte persönlich Erfahrung, zur Entscheidung für eine Beutenform, die „richtigen Bienen“ und eine geeignete „Betriebsweise“.  Evtl. erst nach etwa 6:45 min beginnen (Dauer 22:00 min):


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Auswahl der Bienenrasse

Für welche Bienenrasse soll ich mich entscheiden?

Um die Bienenrassen, die in einer Region von Imkern gehalten werden, wird seit der Einführung neuer Rassen (inkl. der Wiedereinführung alter Rassen) in die ursprünglich fast ausschließlich „Carnica“ dominierten Regionen in D-A-CH ein recht erbitterter Kampf geführt, wobei die Seiten jeweils nachvollziehbare Argumente haben, die sich jedoch nich, bzw. nur sehr schwer unter einen Hut bringen lassen. Deshalb ist die Entscheidung für die eigene Bienenrasse nicht trivial und ist auch nicht so frei, wie man im ersten Moment evtl. denkt.

Ein sehr gutes Video zu den unterschiedlichen Meinungen zu Buckfast und Carnica (den beiden Hauptrassen für Honigbienen in D-A-CH), sowie zu den Befürchtungen, dass durch unterschiedliche Bienenrasse in einer Region jahrzehntelange Zuchterfolge zerstört werden „Bienenkunde: Welche Züchtung ist die Beste?„(BR, Dauer 6:41 min):

Aber welche Honigbienen -Rassen spielen in D-A-CH eine Rolle und was sind Ihre Eigenschaften? Dazu zuerst einmal die Übersicht in der Reihenfolge ihrer Bedeutung in D-A-CH aus der Wikipedia:

Eine sehr gute Übersicht der Bienenrassen, inkl. verschiedener Aspekte, die für die eigene Auswahl eine Rolle spielen, findet sich auch unter:

Insgesamt gilt aber, dass ein zukünftiger Wechsel der Bienenrasse einfacher möglich ist, als eine Umstellung auf ein neues Beutensystem.

Für und Wider (persönliche Meinung mit kritischen Betrachtungen, Dirk Liesch):

Wenn ich nach meinen bisherigen Erfahrungen frei wählen könnte und auf keine anderen Imker in der Region Rücksicht nehmen müsste, würde ich mich für die „Ligustica“ entscheiden, die ich zufällig durch Standbegattung (F2) in einem Volk erleben durfte. Es war ein Traum an Friedfertigkeit, Schwarmträgheit und Sammelfleiß bei großer Volksstärke.

ABER

Ich  hatte in den letzten Jahren auch schon mehrere wirklich üble „Stechervölker“ aus den Standbegattungen meiner Carnica, da es hier im Umkreis auch etliche Imker mit anderen Bienenrassen gibt. Solche Stechervölker möchte wirklich kein Imker haben und damit wäre auch in einigen Jahren die Stadtimkerei tot, welche besonders auf sanftmütige Völker für die Akzeptanz in den Wohngebieten angewiesen ist.  Ich kann mich also der realistischen Befürchtung der Imker anschließen, dass die Mischung der Bienenrassen im gleichen Gebiet, zukünftig eine Imkerei mit Standbegattung unter Erhalt der eigenen Rasse unmöglich macht. Da diese Stechervölker offensichtlich auch sehr vital sind, würde diese Art der Imkerei (Standbegattung und unterschiedliche Rassen im gleichen Gebiet) zu deutlich agressiveren „Mischrassen“ führen. Die Zuchterfolge vieler Jahrzehnte, innerhalb der einzelnen Rassen, wären in wenigen Jahren dahin. Die Akzeptanz für Stadtimkerei würde aufgrund der deutlich höheren Stechlust mittelfristig sinken. Im Zusammenspiel mit weniger Honigertrag dieser Mischvölker, würde das Interesse an Imkerei wieder abnehmen und damit die Anzahl der Honigbienenvölker deutlich zurückgehen. Hier besteht die Gefahr einer negativen Spirale. Die Lösungsoption: Man kauft die Königinnen seiner Rasse zukünftig immer von einem Züchter, der in einem funktionierenden „Sperrgebiet“ züchtet, oder mit künstlich besamten Königinnen oder geht grundsätzlich mit all seinen Königinnen auf funktionierende Belegstellen“. Das ist aber nicht „naturnah“. Eine naturnahe Bienenhaltung, wozu für mich die Möglichkeit einer langfristigen „Standbegattung“ gehört, ist meiner Einschätzung nach nur nachhaltig und langfristig realistisch, wenn es in den jeweiligen Gebieten nur jeweils eine Honigbienenrasse gibt. Entscheidet man sich für eine anderer Rasse, als die Imker seiner Region, nimmt man all diesen Imkern damit die Möglichkeit, mit ihrer Rasse über Begattung am eigenen Stand  weiterzuimkern. Darüber können diese zu Recht sauer sein.  Jemand Anderes macht Ihnen ihre Arbeit (teilweise jahrzehntelange Selektion auf Friedfertigkeit ihrer Bienen)  und ihr Hobby kaputt.
Die „Buckfast“-Zucht lebt zwar vom Einkreuzen anderer Rassen, aber ganz gezielt und mit strenger Selektion. Das ist für Hobbyimker mit „wilder“ Standbegattung und wenigen Völkern nicht machbar.

Andererseit:

Es ist natürlich nicht gut, wenn es in ganz Europa nur eine Bienenrasse gäbe (ist ja auch nicht so), denn wir brauchen die biologische Vielfalt. Aus dieser Sicht machen viele unterschiedliche Honigbienenrassen Sinn. Aber diese sind früher auch natürlich in größeren Regionen homogen entstanden und waren nicht auf „engem Raum“ vermischt. Viele unterschiedliche Bienenrassen in einem engen Gebiet ist also nicht natürlich und auch nicht naturnah. Es würde also sicherlich Sinn machen, wenn sich jeweils möglichst große Gebiete (z.B. Bundesländer) auf jeweils eine Honigbienenrasse festlegen. Das würde auch naturnahe Bienenhaltung in diesen Regionen ermöglichen (mit Vermischungen an den Grenzen natürlich). Die unterschiedlichen Honigbienen-Rassen würden auch bei Standbegattung erhalten bleiben und könnten sich weiterentwickeln.

ABER

Sollte in Zeiten unserer individualisierten Gesellschaft sich nicht Jeder selbst verwirklichen können und die Bienenrasse halten, die er/sie am besten findet oder auch einfach mal mit anderen Rassen experimentieren?  Geschieht das nicht schon seit etlichen Jahren und ist nicht mehr aufzuhalten, also „alternativlos“? Wenn es nicht mehr aufzuhalten ist und ich die Königinnen meiner „Wunschrasse“ nur noch über Belegstellen vermehren und über Züchter erhalten kann, dann kann ich auch die Rasse wählen, die ICH am besten finde. Standbegattung ist dann nicht mehr sinnvoll möglich. Dann sind die Zeiten von „Hochzeitsflügen“ am eigenen Stand sowiso vorbei, wenn ich zukünftig friedliche Völker haben möchte.
Wenn das die Zukunft ist (derzeit das wohl wahrscheinlichste Szenario), dann müssen Bundesländer „nur“ sichere (was unmöglich ist)  Sperrbezirke für Belegstellen festlegen, über die die Rassen erhalten werden können. Der Umfang der künstlichen Besamung von Königinnen wird damit ebenfalls deutlich zunehmen. Dies ist dann ein Ergebnis, was die Vermischung der Rassen in einem Gebiet im Zusammenspiel mit der „naturnahen Bienenhaltung“ mit sich bringt. Naturnahe Bienenhaltung in einem Gebiet mit einer Honigbienenrasse ist kein Problem für die anderen Imker, in einem Gebiet mit vielen unterschiedlichen Rassen schon.

Meine Empfehlung für die Auswahl der Bienenrasse ist:

Die Bienenrasse wählen, die in der eigenen Region am verbreitetsten ist und wo es im Umkreis auch die meisten Züchter und Belegstellen gibt. Dies gilt insbesondere, wenn „naturnah“ geimkert werden soll. In Deutschland sind dies derzeit fast ausschließlich Carnica oder Buckfast. Deshalb habe ich mich für die „Carnica“ und nicht für die „Ligustica“ entschieden und die meisten meiner Nachzuchtköniginnen werden auf einer Belegstelle begattet (insbesondere wegen der negativen „Stecher“-Erfahrungen bei den Standbegattungen).

Wenn ich mich für eine andere Rasse entscheide, dann sollte ich mich strickt an Festlegungen zu Sperrbezirken (rund um Belegstellen) halten und möglichst auch die Randgebiete dieser Sperrbezirke meiden, da diese meist nur minimal (zu klein) festgelegt sind.


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Bürokratie in der Imkerei

Welche rechtlichen Grundlagen und Gesetze sind bei der Bienenhaltung zu beachten?

Es gibt einige rechtliche Grundlagen, die hier in ihrer Gesamtübersicht viel gewaltiger wirken, als sie in der Praxis sind. Deshalb das Allerwichtigste für den Start:

  1.  Anmeldung der Bienenhaltung bei der zuständigen Behörde (meistens zuständiges Veterinäramt, Kontakte, siehe z.B. Imker-App). Evtl. ist eine gesonderte Anmeldung z.B. bei der „Tierseuchenkasse“ erforderlich. Dazu kann aber die zuständige Behörde direkt Auskunft geben.

Darüber hinaus wird die Bienenhaltung von einer Anzahl anderer Verpflichtungen und Gesetze berührt, die über folgende Informationsquellen ausführlich erklärt und auch kommentiert sind (eine der Quellen + Imker-App reichen zur grundlegenden Information):

Tipps zur Dokumentation und zu Dokumentationsvorlagen (Stockkarte, Arzneimittel-Dokumentation etc.)

  • Imker-App,  „Meine Bienen“-Funktion  (Dokumentation der eigenen Stände und Völker): Eine gute Möglichkeit seine Völker zu dokumentieren, wenn man gerne mit Apps und IT arbeitet. Je nach Arbeitsweise kann die Bleistiftnotiz auf Papier-Stockkarten jedoch effektiver/schneller sein, da man schnell alles auf einen Blick hat und die „Jahreszettel“ auch problemlos schmutzig werden können.
  • ..todo

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Imkerei – Grundausstattung

Die Grundausstattung eines Imkers am Stand (also ohne Ausstattung zur Honig- und Wachsverarbeitung) wird in folgendem Video sehr schön vorgestellt, auch wenn nach individuellen Entscheidungen später die einzelnen Komponenten (z.B. Beuten) natürlich variieren. (Dauer: 15:11 min):

Folgende ausführlichere Informationsquellen sind für die Imkerei-Ausstattung (inkl. der Honigverarbeitung) zu empfehlen:

Die Grundausstattung für die Honigernte (in den Listen oben enthalten) wird im folgenden Video noch einmal gezeigt, inkl. Refraktometer (zur Feststellung des Wassergehalts im Honig). Es fehlt nur die Waage zum Abfüllen in die Gläser. (Dauer: 15:36min):


Beim Wachsschmelzer, vor allem notwendig um Altwaben einzuschmelzen, scheiden sich die Geister, zwischen:

Eine Lösung benötigt man auf jeden Fall, wobei Imkervereine, Landesverbände oder Veterinärämter teilweise kostenfrei professionelle Dampfwachsschmelzer an die lokalen Imker verleihen. Fragen lohnt sich zumindest.


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Bienenstand Planung

Wo möchte ich meine Bienen wie aufstellen?

Was sollte ich (wenn möglich) bei der Auswahl meines Bienenstandortes und beim Aufbau meines Bienenstandes beachten?

Bienenstand Beispiel
Klick aufs Bild für große Ansicht
bienenstand mit Flugleitsystem
Bienenstand mit Flugleitsystem (große Darstellung durch Klick auf Bild)

Die beiden Bilder zeigen den gleichen Bienenstand in eimen Hausgarten, mit folgenden Eigenschaften:

  • Die Fluglöcher sind nach Süd-Osten ausgerichtet. Die Ziegelmauerwand der „Scheune“ ist im Nordwesten. Es gibt vom Sonnenaufgang bis zum frühen Nachmittag Sonne auf die Fluglöcher. Die Ziegelwand heizt sich auf und gibt die Wärme bis in den Abend hinnein ab.
  • Der Stand (siehe oberes Bild) ist nachhaltig (dauerhaft), wertig und trotzdem nicht zu massiv (irgendwann wieder entfernbar) gebaut. Die Standfläche der Magazinbeuten ist etwas erhöht (in guter Arbeitshöhe auch für die Imkerin) und die Holzbohlen der Standfläche sind waagerecht und gegen Feuchtigkeit von unten geschützt (Feuchtigkeitssperre in den „Säulen“). Selbst der Aufstieg für Mäuse im Winter ist bereits durch die Standkonstruktion erschwert (zumindest, wenn nicht viel Schnee liegt).
  • Die Fluglöcher zeigen direkt zum Gartenweg, wodurch eine optimale, ungestörte Beobachtung auch durch Besucher, Gäste und Kinder möglich ist. Die Bienen fliegen über das Rankgitter (trotz der 10 cm Löcher), sobald die Gitter ca. 1 m oder mehr von den Fluglöchern entfernt sind. Somit ist auch die Benutzung des Weges nicht beeinträchtigt. Eine zusätzliche Rankbepflanzung (die dann ggf. die Fluglöcher beschattet) ist nicht erforderlich.
  • Es gibt direkt Wasser (Teich mit viel Moos) seitlich neben dem Stand (nicht direkt in der Ausfluglinie).
  • Ziegelwand und Gitter, sowie die sonstige Lage, schützen vor Wind.
  • Der Stand ist von außerhalb des Grundstücks nicht sichtbar (außer von einem Nachbarn). Das Risiko für Diebstahl und Vandalismus ist deshalb sehr gering.
  • Die Beuten sind einfach mit Schubkarre oder Sackkarre erreichbar. Auch mit dem PKW kommt man auf bis zu 5 m heran.
  • Als Stand in einer sehr grünen Stadt, gibt es auch ein kontinuierliches Trachtfließband in der direkten Umgebung.

Nach diesem Vorbild ist auch der hier verlinkte „Rankgitter-Bienenstand für Bienenpatenschaften“ (inkl. Materialiste, Maßen und Bauplan)  entstanden, wobei hier der Schwerpunkt noch etwas mehr auf die „Wiederabbaubarkeit“ gelegt wurde. Dieser kann aber auch für eigene Stände nachgebaut werden, insbesondere wenn eine gute Fluglochbeobachtung auch durch Gäste, oder der Schutz von „Vorübergehenden“ wünschenswert ist.

So „optimal“ (bis auf die fehlende Beschattung an sehr heißen Tagen) wie das obige Beispiel muss nicht jeder Bienenstand sein!

Was jedoch beachtet werden sollte und besonders wichtig ist, ist in den folgenden ausführlicheren Informationsquellen erläutert:

BienenstandBienenstand Hinterbehandlungsbeuten
Hinterbehandlungsbeuten integrieren (Klick aufs Bild für Detailansicht)

Ein schönes Beispiel, wie sich „alte“ Hinterbehandlungsbeuten, zum Beispiel für Ableger oder Jungvölker-Aufzucht/Königinnen-Nachzucht integrieren lassen, ist auf diesem Bild zu sehen. Werdet also auch einfach selbst kreativ.

Geeignet sind auch Standplätze unter Laubbäumen, die im Frühjahr, wenn die Bäume laubfrei sind, direkt besonnt und im Sommer zumindest zur Mittagszeit durch das Laub beschattet sind. Die gute Erreichbarkeit des Standes mit Schubkarre oder Sackkarre sind ebenfalls aufgrund der teilweise schweren Gewichte sehr wichtig.


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Kosten der Bienenhaltung

Folgendes Video aus dem Youtube-Kanal „Nordbiene – Dunkle Biene und Natur“ stellt die Kosten der Imkerei (am Beispiel einer „Magazinimkerei“ mit Segeberger Beuten) mit drei Völkern realistisch dar und erläutert diese auch (die letzten zweiMinuten widmen sich dem Zeitbedarf) (Dauer 7:04 min):

Für einen Start mit drei Bienenvölkern (was sinnvoll ist) und mit Magazin-Imkerei (was für konventionelle Imkerei sinnvoll ist) sind als grobe Richtline (Stand 2020):

ca. 2.500,-Euro

einzuplanen (bei einer einfachen Honigschleuder). Gerne könnt Ihr an den Detailaufstellungen (weiter unten)  nach Einsparpotential suchen. Realistisch werdet Ihr aber wahrscheinlich letztendlich (nach etwas Frust mit „Altmaterial“ und/oder viel Zeitbedarf für „Selbstbau“) dort landen. Wer es sich leisten kann und die nächsten Jahre dabei bleiben möchte, kommt auch mit einer besseren Schleuder (z.B. elektrische Selbstwendeschleuder) von Anfang an, letztendlich besser. Wer sehr viel Zeit investieren kann und möchte, kann natürlich über „Selberbau“ Einiges sparen.

Folgende gute Informationsquellen splitten das Kostenthema entsprechend  detailliert auf, wobei sich daraus in etwas das obige Resultat (oder mehr) ergibt.

Der nachhaltige Start in die Imkerei ist also nicht ganz billig. Demgegenüber stehen jährlich ca. 20-40 kg Honig/Volk, also ca. 200-400 Euro/Volk an „Honigeinnahmen“ (Stand 2020). Nach etwa 3-4 Jahren hat man seine Investition also wieder rein (bei den angenommenen drei Völkern).


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Zeitbedarf der Bienenhaltung

Der Zeitbedarf ist individuell je nach Art der Haltung, Lage des Standes, der eigenen Ansprüche und Abläufe recht verschieden. Eine grobe Richtlinie ist:

  • ca. 10h pro Volk pro Jahr, wenn man von 4-6 Völkern ausgeht

Vor allem im ersten Jahr fallen viele einmalige zusätzlicher Zeitaufwände an, die unabhängig von der Völkerzahl sind und die zu obiger Schätzung noch zusätzlich hinzu kommen. Bei mehr Völkern und einem eingespielteren Ablauf kann es in den Folgejahren weniger werden.

Im ersten Jahr sollte man mit mindestens 60h Zeitaufwand rechnen (wenn sich der Stand in Wohnnähe befindet = keine Fahrzeiten), auch wenn es nur zwei Völker sind, zumindest, wenn man die Bienenhaltung fachgerecht betreiben möchte.

Der Hauptanteil der „zeitkritischen Tätigkeiten“ an den Völkern liegt im Frühjahr bis in den Frühsommer, ca. von Anfang April bis Anfang Juli.  In der Zeit sollte man eher nicht länger als eine Woche (am Stück) in den Urlaub fahren, oder anderweitig abwesend sein.

Einige ausführlichere Betrachtungen und Meinungen zum Zeitbedarf sind in folgenden Diskussionen im „imkerforum.de“ zu finden:

Im Folgenden soll eine grobe Zeitübersicht versucht werden, die Euch einen Überblick gibt, was zu tun ist, wobei Ihr entscheiden müsst, was ihr von den Tätigkeiten selbst tun möchtet/müsst, oder was ihr zukauft. Außerdem ist für die Zeitschätzung eine „konventionelle Bienenhaltung“ mit Magazinbeuten zugrunde gelegt:

Einmaliger Zeitbedarf am Anfang

  • Erstausbildung/Grundwissen zu den Bienen (Grundlehrgang o.ä.)
    • Theorie (ca. 15-30h)
    • Praxis bei Bienenpaten oder im Grundlehrgang (ca. 8h)
    • Honiglehrgang (ca. 4-6h Theorie, ca. 2-3h Praxis beim Bienenpaten)
    • Königinnen(nach)zucht (ca. 2-8h Teorie, ca. 1-8h Praxis), je nachdem ob wirklich geplante „Nachzucht“ (mit Belegstelle u.ä.) oder hauptsächlich Ableger/Standbegattung das Ziel sind.
  • Erstbeschaffung alles Zubehörs/Materials für die Imkerei inkl. der Bienenvölker (ca. 6-16h)
  • Aufbau eines Bienenstandes inkl. Planung und Ausführung (ca. 3-8h)
  • Auf-/Ausbau eines Schleuderraumes (ca. 2-16h)

jählicher Zeitbedarf

  • Kontinuierliche Weiterbilung (ca. 6-24h/Jahr), je nachdem ob als Vereinsmitglied regelmäßige „Vereinsversammlungen dazu gehören, oder „nur“ Internet und Fachzeitschriften und natürlich abhängig vom persönlichen Weiterbildungsinteresse.
  • Frühjahrsdurchsicht(en) inkl. Reinigungsarbeiten (evtl. tote Völker auflösen usw.): ca. 10-30 min/Volk je nach Völkerzahl zzgl. Vorbereitung und ggf. Fahrzeiten zum Stand.
  • regelmäßige Völkerdurchsicht (alle 7-9 Tage) von ca. Anfang April-Anfang Juli ( „Schwarmzeit“, „Zucht-/Ableger- und Vermehrungszeit“, „Trachtzeit“):  (ca. 5-15 min / Volk + Vorbereitung + ggf. An- und Abfahrt zum Stand) Bei manchen Völkern ist man in 2 min durch, bei anderen mit Handlungsbedarf/Überraschungen kann es auch mal 25 min dauern, auch wenn alles dafür benötigte Material dabei ist.
  • Honigernte inkl. Schleudern, Sieben, Rühren und Abfüllen : ca. 2-3 Trachten mit jeweils ca.  1-3h /Volk, abhängig von Völkerzahl zzgl. Reinigung aller Gerätschaften. Mit steigender Völkerzahl verringert sich hier der Aufwand/Volk deutlich.
  • Königinnenzucht (terminlich der fester Zeitablauf, Nicht variabel), wenn nicht nur Ableger mit Standbegattung gebildet werden, sondern planmäßig inkl. Belegstellenbegattung nachgezogen wird: ca. 1-3 h pro Jungvolk (ink. Vorbereitung, Umlarven, Anzucht, evtl. Königinnen zeichnen, Belegstellenvölker bilden, Ableger bilden und/oder Einweiseln) zzgl.  Fahrtzeiten für zwei Fahrten zur Belegstelle (Hinbringen und Abholen).
  • Varroabehandlung(en), Einfütterung, Räubereiverhinderung und Wintervorbereitung der Völker: ca. 30 min / Volk bis zum Winter, zzgl. Vorbereitung und ggf. Fahrzeiten (mehrere Fahrten) zum Stand.
  • Waben einschmelzen und Wachsbearbeitung inkl. Vorbereitung und Reinigung der Gerätschaften danach: ca. 0,5 – 2h / Volk, je nach Anzahl der Völker.
  • Reinigung der Zargen/Beuten, Waben/Rähmchen und Vorbereitung (Drahten / Mittelwände einlöten) etc. für das kommende Jahr: ca. 0,5-2h / Volk, je nach Anzahl der Völker
  • Honigverkauf (ca. 2-5 h / Volk, je nach Völkerzahl und Absatzwegen recht unterschiedlich)
  • Beschaffung und Einkauf: Futter/Gläser/Etiketten, Ersatz-und Erweiterungsmaterial etc. (ca. 2-6h / Jahr zzg. ggf. Fahrzeiten)

Optionaler jählicher Zeitbedarf

  • Wandern (mit Völkern zu Trachten/Blühflächen fahren)
  • Futterkranzproben
  • Rahmen selbst bauen
  • Beuten und Zubehör selber bauen
  • Kerzen und andere „Bienenprodukte (außer Honig) selbst herstellen
  • Fluglochbeobachtungen
  • Schwarmfang
  • andere Insektenschutz- und Blühflächen-Aktivitäten

Dazu können noch unvorhergesehene „Überraschungen“ kommen, wie „Stand im Sperrbezirk“ (schlimmstenfalls „Faulbrutbekämpfung + Sanierung des Standes), Sturmschäden/Vandalismus/Spechte etc.


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