Geschützt: Varroa-Toleranzzucht (Praxisbeispiel)
Weitere Warenzeichen und Siegel
Weitere mögliche Warenzeichen & Siegel für Honig
Neben dem D.I.B.-Glas gibt es noch andere Warenzeichen und Siegel für Honig, z.B. „Bio-Siegel“, „Fair Trade“, Demeter“ & Co.
Hier werden einige genannt und auf die jeweiligen Informationen dazu verwiesen.
Eine Quelle sind wieder „die Honigmacher“ im Bereich rt“Warenzeichen und Siegel„. Folgende Bereiche sind dort interessant:
- „Bio-Siegel“ : zu den verschiedenen Bio-Siegeln
- „Fair-Traide Siegel“
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Echter Deutscher Honig – D.I.B. Glas
Voraussetzung für eine Vermarktung im D.I.B.-Glas
Die erste Frage ist sicherlich: „Warum sollte ich im D.I.B.-Glas abfüllen? Was sind die Vorteile?
In einem Satz:
Honig im D.I.B.-Glas ist kein „normaler Honig“, sondern ein geprüftes Qualitätsversprechen.
Es folgen detailliertere mögliche Vorteile, die sicherlich je nach „Zeitgeist“ ein unterschiedliches Gewicht haben.
Vorteils-Argumente für die Imkerin
- Qualität & Standard: Klare, überprüfbare Qualitätsrichtlinien schaffen Vertrauen und eine verlässliche Produktbasis.
- Glaubwürdigkeit & Marketing: Das etablierte, bundesweit bekannte Qualitätssiegel wirkt als starkes Vertrauenssignal beim Verkauf (Point of Sale).
- Vereinfachung: Vorgegebene, rechtssichere Etiketten und Gläser sparen Zeit und Kosten für eigene Gestaltung und Zulassung.
- Gemeinschaft & Support: Zugang zum Netzwerk und Know-how des größten Imkerverbands, Schulungen, Rechtsberatung.
- Preisstabilität: Assoziation mit Premium-Qualität ermöglicht eine bessere und stabilere Preispositionierung gegenüber No-Name-Honig.
- Wettbewerbsvorteil: Deutliche Abgrenzung von Massenware und Import-Honig durch das strengste deutsche Qualitätszeichen für Honig.
Vorteile für den Kunden
- Garantierte Qualität: Kauf eines Honigs, der deutlich strengere Grenzwerte (z.B. Frische, HMF, Wasser) als gesetzlich vorgeschrieben einhält.
- Natürlichkeit & Sorgfalt: Garantie für schonende Behandlung (max. 40°C), keine Pollenfilterung, keine Zusatzstoffe.
- Deutsche Herkunft: 100%ige Transparenz: Der Honig stammt garantiert von deutschen Bienenständen.
- Frische & Geschmack: Hohe Enzymaktivität sichert einen besonders frischen, naturbelassenen und aromatischen Honig.
- Unterstützung vor Ort: Direkte Förderung der lokalen oder regionalen Imkerei und damit des Umwelt- und Artenschutzes.
- Unterstützung der Organisation und Vereinsarbeit von Imkern: Vereinsarbeit und zentrale Vertretung von Bienenthemen durch die deutsche Imkerschaft.
- Optische Erkennbarkeit: Das bekannte Glas mit der Wabe ist ein sofort wiedererkennbares Symbol für deutsche Premium-Qualität.
Wichtige Dokumente für die D.I.B.-Glas Verwendung
Die jeweils aktuellen Bestimmungen zu den Wahrenzeichen des Deutschen Imkerbundes e. v. – also vor allem zur Vermarktung von Honig im D.I.B.-Glas sind im Dokument „honig-unter-dem-warenzeichen-des-deutschen-imkerbundes-2023.pdf“ zu finden.

Die wichtigsten Merkblätter zur D.I.B.-Glas Vermarktung
- Zentrale Übersicht: Die Broschüre „Honig unter dem Warenzeichen des D.I.B.“ bietet eine kompakte Zusammenfassung zu Voraussetzungen, Qualitätsanforderungen und Markenbestandteilen.
- Detaillierte Rechtsgrundlage: Die Bestimmungen zu den Warenzeichen enthalten alle verbindlichen Satzungsregeln, von der Probenahme bis zu den Pflichten der Abfüllstelle.
- Praktische Anwendung: Das Merkblatt „Honig unter dem Gewährverschluss“ erklärt konkret, wie Gläser etikettiert, das MHD eingetragen und Verschlüsse korrekt angebracht werden.
- Qualitätskriterien: Eine Übersicht über die strengen Qualitätsrichtlinien des D.I.B. (z. B. Wassergehalt und Enzyme) ist ebenfalls online verfügbar.
Wichtigstes zur Vermarktung im D.I.B.-Glas
Voraussetzungen für die Vermarktung im D.I.B.-Glas
- Mitgliedschaft im D.I.B. über den Landesverband
- Erfolgreicher Abschluss eines Honiglehrgangs (Fachkundenachweis Honig) des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.)
- Einhaltung der strengeren D.I.B.-Qualitätsrichtlinien gegenüber der allgemeinen Honigverordnung.
- Regelmäßige Qualitätskontrollen (Sensorik, Laboranalysen)
- Verwendung der originalen, vom D.I.B. bereitgestellten Gläser, Etiketten, Deckel und ggf. Deckeleinlagen
- Deutsche Herkunft des Honigs
Wichtige Grenzwerte: D.I.B. vs. Honigverordnung
Die höheren Qualitätsanforderung gehen aus der folgenden Tabelle am deutlichsten hervor:

Besondere Regelungen für Heidehonig (Calluna)
- Ausnahme beim Wassergehalt: Bis zu 21% im D.I.B. (statt 18% bei anderen Honigen) erlaubt aufgrund natürlicher Geleebildung.
- Sensorische Bewertung: Typischer, kräftiger Geschmack und gelierter Zustand werden akzeptiert.
- Kennzeichnung: Muss als „Heidehonig“ deklariert werden.
Weitere D.I.B.-Vorschriften
Keine Wärmeschädigung: Honig darf nicht über 40°C erwärmt werden.
Naturbelassenheit: Keine Zusatzstoffe, keine Aromen.
Reinheit: Keine Fremdanteile (z.B. auch „ausländischer Honig“).
Kontrolle: Stichprobenartige Laboruntersuchungen durch den D.I.B.
Kennzeichnungspflichten (zusätzlich zu LMIV)
Glasetikett: „Echter Deutscher Honig“, D.I.B.-Wabe-Logo, Mitgliedsnummer
Ursprungsland: „Deutschland“
Mindesthaltbarkeitsdatum: Empfehlung 2 Jahre bei sachgerechter Lagerung
Herkunftsangabe: Optional regionale Bezeichnungen (z.B. „Schwarzwaldhonig“) möglich
Wichtige Hinweise
Verstöße gegen die D.I.B.-Richtlinien können zum Entzug der Vermarktungserlaubnis führen.
Das D.I.B.-Glas ist kein Herkunftssiegel im engeren Sinne, sondern ein Qualitätssiegel des Verbandes.
Nachteile des D.I.B. – Glases
Wenn es perfekt wäre, würden alle „Vereinsimkerinnen“ in Deutschland mit dem D.I.B.-Glas imkern. Da sie das nicht tun, muss es auch Nachteile geben:
- Fehlende Individualität: z.B. bei „Bienenpatenschaften“ durch Firmen, wird das Aussehen der Gesamtgestaltung des Glases häufig durch Grafiker der Organisation im „CI“ (Corporate Identity) der Organisation gestaltet – Es soll also die „Organisation“ wiedererkannt werden. Das ist mit D.I.B-Glas nicht sinnvoll/nicht ausreichend möglich.
- höhere Kosten / höherer Aufwand: Kosten für Gläser, Deckel und Etiketten sind höher als bei „Normalglas“ und eigenem Etikett. Imkerinnen sind sehr kostensensitiv.
- „Fachkundigenprüfung Honig“ zu spät: Ehe man die Prüfung bestanden und die Genehmigung fürs D.I.B.-Glas hat, musste man schon den ersten Honig abfüllen. Wenn man dann mit „Normalglas“ begonnen hat, ist die Hürde größer, den Prozess wieder zu ändern.
- aktueller „Zeitgeist“: D.I.B. – Glas wirkt für heutigen Zeitgeist schon zu „industriell“, „handgemalt und selbstgetöpfert“ ist IN. Derzeit zieht die gesicherte höhere Qualität des Honigs im „D.I.B.-Glas“ bei den Kunden weniger. „Individualität“ bringt teilweise deutlich höhere Verkaufspreise. „Influencer-Story“, „Werte“, „Manufaktur-Faktor“ und „Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe“ sind aktuell oft viel wichtiger als objektive Qualität des Honigs, insbesondere für höhere Verkaufspreise.
Argumente gegen die Abfüllung im D.I.B.-Glas
Verpflichtungen & Kosten
- Mitgliedschaft & Abgaben: Verpflichtende Mitgliedschaft im D.I.B./Landesverband mit Jahresbeiträgen. Zusätzlich Kosten pro Glas/Etikett.
- Administrativer Aufwand: Anmeldung, Bestellvorgang für Gläser, Verwaltung von Mitgliedsnummern, Einhaltung spezieller Etikettenvorgaben.
- Qualitätskontroll-Risiko: Stichprobenartige Laborprüfungen durch D.I.B.; bei Nicht-Erfüllung der Richtwerte (z.B. HMF >15 mg/kg) kann Vermarktungsrecht entzogen werden.
Vermarktungs-Einschränkungen
- Eingeschränkte Flexibilität: Keine individuellen Etiketten- oder Glasgestaltungen möglich (Farben, Design, Firmenlogo nur begrenzt), z.B. bei „Bienenpatenschaften“ durch Firmen
- Preisbindung & Positionierung: Assoziation mit „Standard-Honig“; erschwert hochpreisige Premium-Positionierung (z.B. „Manufaktur-Charakter“).
- Sortimentsbegrenzung: Nur deutscher Honig erlaubt. Keine Mischungen mit EU-/Drittlandshonig möglich. Bei Trachtmangel kein Zukauf erlaubt.
Philosophische & Praktische Gründe
- Unabhängigkeit: Wunsch nach vollständiger Vermarktungsautonomie ohne Verbandsregeln.
- Regionale Identität: Stärkerer Fokus auf lokale/lokale Identität (z.B. „Honig aus dem X-Tal“) statt auf nationale „Deutschland“-Kennzeichnung.
- Direktvermarktungs-Optimierung: Bei reinem Hofladen-/Abokunden-Verkauf ist der hohe Wiedererkennungswert des D.I.B.-Glases weniger relevant; eigene Gestaltung kann stärker binden.
- Nischen-Sortimente: Für spezielle Produkte wie Cremighonige mit zugesetzten Aromen (z.B. Vanille, Zimt) ist D.I.B.-Vermarktung nicht möglich.
- Logistischer Aufwand: Lagerhaltung der speziellen Gläser/Ettiketten; Abhängigkeit von D.I.B.-Lieferzeiten.
Fazit:
Insbesondere der „Zeitgeist“ steht derzeit kritisch objektiv gesicherter und ausgewiesener Qualität gegenüber, sobald es nur den geringsten Anschein von „industriell“ und „seriell/einheitlich“ hat. „Story-, Influencer- und Manufaktur-Marketing“ wird preislich mehr belohnt, als nachgewiesene Qualität.
Dieser „Zeitgeist“ macht es derzeit fürs D.I.B.-Glas schwer.
Sonstiges
Foto-Quellen: Beitragsbild – „D.I.B. Gläser“ – Autor: Dietmar Rabich, Lizenz: CC-BY 4.0.
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Gesetzliche Vorschriften
Gesetzliche Vorschriften für Honig und dessen Verkauf
Hinweis: aktuell noch in Bearbeitung !
Die Rechtsvorschriften, die Honig, seine Verarbeitung und den Verkauf betreffen sind in Deutschland sehr umfangreich.
Dieser Bereich bietet zum einen einen Überblick, welche Rechtsvorschriften insgesamt in Betracht kommen, aber viel wichtiger: Welche Ausschnitte daraus interessant sind und wie sie in der Praxis umgesetzt werden können.
Es geht also darum, es auf ein übersichtliches und praktikables Maß zu komprimieren, und vor allem auch verständlich zu machen.
Unter „Gesetze und Rechtsvorschriften“ hat das LWG (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) die Rechtsvorschriften die die Imkerei betreffen umfangreich und wahrscheinlich vollständig zusammengefasst. Zum Thema „Honig“ sind daraus die Abschnitte „Lebensmittelrecht“, „Gewinnung von Honig“, Abfüllung von Honig“, „Etikettierung von Honig“ und „Vermarktung von Honig“ relevant.
Wichtigste Honig relevante Gesetze und Vorschriften für die meisten Imkerinnen (von Ernte bis Verkauf):
- Honigverordnung (HonigV) bzw. direkt zur „Honigverordnung“ (Gesetze im Internet), bzw. „Honigverordnung“ (Wikipedia)“
- Bestimmungen zu den Wahrenzeichen des Deutschen Imkerbundes e. v. (bei D.I.B.-Glas Nutzung) („honig-unter-dem-warenzeichen-des-deutschen-imkerbundes-2023.pdf„
- Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV)
- Fertigpackungsverordnung
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb
- EU-Lebensmittelinformationsverordnung
- EU-Rückstandshöchstmengenverordnung
- Los-Kennzeichnungsverordnung
- Mess- und Eichgesetz
- Produkthaftungsgesetz
Einen ersten guten Einblick in die relevanten Themen aus den Verordnungen sind auf der Wikipedia unter folgenden Links zu finden:
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Hygiene & Honig
Hygieneregeln in der Honig-Verarbeitung und Vermarktung
In den jeweiligen Arbeitsschritten wurde, z.B. in den Videos, bereits auf die jeweiligen Hygieneregeln hingewiesen. Hier sind sie noch einmal systematisch zusammengefasst.
Allgemeine Grundsätze
- Personalhygiene: Saubere Kleidung (Kittel) und Schuhe, Haarschutz, Händewaschen/desinfizieren, keine Nagellacke, bei Honigkontakt möglicht Einmal-Handschuhe, nicht erkrankt arbeiten (z.B. bei Erkältung, Infektionen etc.)
- Werkzeuge & Geräte: Lebensmittelechte Materialien (Edelstahl, Kunststoff), glatte, leicht zu reinigende Oberflächen
- Räumlichkeiten: Saubere, trockene, gut belüftete Räume ohne Fremdgerüche, Insektenschutz (Fliegengitter)
Phase 1: Wabenentnahme & Transport
- Entnahme nur von verdeckelten, reifen Waben: Honig muss reif sein (<18% Wassergehalt), unreifer Honig gärt
- Keine Brut- oder Pollenwaben schleudern: Vermeidung von Eiweißeintrag und Geschmacksbeeinträchtigung
- Saubere Waben und Wabenoberflächen: Entfernen von Wachsresten, Propolis, Bienenteilen vor Transport, Waben während der Entnahme nie auf den Boden stellen
- Geschlossene Transportbehälter: Schutz vor Verunreinigung und Fremdgerüchen
- Zeitnahe Verarbeitung: Max. 1-2 Tage zwischen Entnahme und Schleudern
Phase 2: Entdeckeln & Schleudern
- siehe „allgemeine Grundsätze„
- Entdeckelungs- und Schleuderraum geeignet mit fließend Wasser: optimalerweise sind Boden und die Wände der Arbeitsecke abwaschbar/gefließt und frei von Dingen, die nicht fürs Endeckeln und Schleudern benötigt werden.
- Sauberes Entdeckelungsgeschirr und Geräte/Werkzeug: Edelstahl- oder lebensmittelgeeigneter Kunststoff
- Sofortige Weiterverarbeitung der entdeckelten Waben Vermeidung von Wassereintritt und Gärung
- Geräte vor und nach Gebrauch reinigen: erst mit kaltem Wasser und danach mit Warmwasser mit mildem Reiniger, gründlich spülen, trocknen
- Schleuder vor der Verwendung überprüfen und reinigen: und trocknen und nur für Honig verwenden, Auf Abrieb und Beschädigungen überprüfen
- Sortenrein schleudern: Gründliche Reinigung zwischen verschiedenen Sorten
- Schleuder gründlich entleeren: Keine Honigreste in Geräten belassen
- Entdeckelungswachs und ausgeschleuderte Waben zeitnah verarbeiten: möglichst innerhalb von 1-2 Tagen, z.B. Waben wieder ins Volk hängen – optimal in das, aus dem sie entnommen wurden.
Phase 3: Sieben & Klären
- siehe „allgemeine Grundsätze„
- Doppelsieb-System verwenden: Grobsieb (≤ 2 mm) und Feinsieb (≥0,2 mm)
- Siebe regelmäßig reinigen: zumindest täglich
- Zeitnahes Abschäumen: Entfernung von Luftblasen und leichten Partikeln auf dem Honig
- Geschlossene Behälter: Honig vor Luftfeuchtigkeit schützen
Phase 4: Rühren (Honige die kandieren/kristallisieren)
- siehe „allgemeine Grundsätze„
- Saubere Rührwerke/ -spatel: Lebensmittelecht, leicht zu reinigen
- Temperaturkontrolle: bei Erwärmung max. 30-35°C, nie über 40°C erwärmen
- Geschlossene Rührbehälter: Schutz vor Luftfeuchtigkeit und Fremdstoffen
- Reinigung des Rührwerks: nach jedem Honigtyp/Charge Reinigung zwischen Sorten
- Hygienische Probenentnahme: Nur mit sauberen Werkzeugen,
Phase 5: Abfüllen
- siehe „allgemeine Grundsätze„
- Glas- und Deckelvorbereitung: saubere, trocken, geruchsfreie und unbeschädigte Gläser und Deckel. Ggf. saubere und trockene Deckeleinlagen
- saubere und trockene Waage und freie Arbeitsfläche: nur was zum Abfüllen erforderlich ist, liegt oder steht im Arbeitsbereich.
- Abdeckung während des Abfüllens: Offene Honigbehälter abdecken (Staubschutz)
- Randhygiene: Gläser nicht überfüllen Sauberes Abwischen des Glasrands nach Abfüllung
- Direkte Etikettierung, zumindest der Kästen: Verwechslungen vermeiden, Chargen dokumentieren
- Abfüllgeräte täglich reinigen: Besondere Sorgfalt bei Ventilen/Quetschhahn oder (ggf.) Schläuchen
Phase 6: Lagerung
- Trockene Lagerung: Relative Luftfeuchtigkeit < 60% (optimal 50-55%)
- Geruchsneutrale Umgebung: Getrennt von Kraftstoffen, Farben, Chemikalien u.a.
- Kühle Temperatur: Ideal 10-15°C, konstant (geringe Temperaturschwankungen)
- Dunkel lagern: Schutz vor Lichteinfluss (Geschmacksveränderung)
- Chargenkennzeichnung: Herkunft, Erntedatum/Abfülldatum, Sorte dokumentieren
- Geschlossene Behälter: Schutz vor Fremdgerüchen und Feuchtigkeit
- Reinigungsprotokoll des Lagerraums: inkl. Überprüfung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Wichtigste Verbote
❌ Rauchen in den Verarbeitungsräumen
❌ Haustiere in Honigräumen
❌ Holzoberflächen (schwer zu reinigen, anfällig für Keime)
❌ Offene Fenster ohne Insektenschutz
❌ Lagerung mit stark riechenden Stoffen
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Honigernte
Das „Was, Wann, Wie“ der Honigernte
Das erste Video (StMELF)hier zeigt drei Möglichkeiten, wie man am Bienenstand feststellen kann, ob der Honig in einer Wabe „reif“ ist: Spritzprobe, Verdecklungsgrad, Refraktometer (Dauer: 3:16min):
„Honigernte mit Absperrgitter und Bienenflucht“ (FranziBee) ist ein Video in dem ganz gut die Honigentnahme mit einer Bienenflucht und die „Spritzprobe“ gezeigt und erklärt wird. Ebenfalls zeigt es, dass die Bienenflucht auch nicht 100% funktioniert und immer noch einige Restbienen von den Honigwaben entfernt werden müssen, auch wenn die wenigsten Imker wohl dazu ein solches Gebläse nutzen, wie im Video verwendet, sondern die restlichen Bienen „traditionell“ abfegen. (Dauer: 7:34 min):
Im folgenden kompakten Text wird jeweils auf entsprechend ausführlichere Abschnitte in den Bereich „Ernte und Lagerung des Honigs“ (die-honigmacher.de) verlinkt:
Die Honigernte
Beim Ernten (Entnahme) des Honigs ist der richtige Zeitpunkt und die richtige Beurteilung der Honigwaben wichtig, um nur „reifen Honig“ zu ernten. Das ist Honig mit entsprechend niedrigem Wassergehalt, kleiner 20% , möglichst <18% (maximaler Wasseranteil nach D.I.B. Qualität) und optimal <=16%. Ist der Wasseranteil zu hoch, kann der Honig verderben.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Die Honigernte erfolgt durch Entnahme der Waben. Die Wabenentnahme sollte möglichst an einem trachtfreien Tag erfolgen, so dass die Bienen nicht gerade frischen Nektar mit noch hohem Wasseranteil eintragen. Die Bienen brauchen ca. 3-7 Tage um die Honigbearbeitung komplett abzuschließen. Natürlich kann z.B. bei der Frühjahrsblüte nicht auf 7 Tage Trachtfreiheit gewartet werden. Aber ein trachtfreier (trachtarmer) Tag oder zeitig frühmorgens, bevor die frische Tracht eingetragen wird, sind günstig.
Bei der Entnahme der Waben ist auf Folgendes zu achten:
- mindestens 2/3 der Zellen auf einer Honigwabe sollten verdeckelt sein, dass der Honig ganz sicher „reif“ ist (<18% Wassergehalt)
- die Waben müssen frei von Brut sein
- die Waben sollten frei von Bienen sein
Wenn man unsicher über die Reife des Honigs in den noch offenen Zellen ist, hilft die „Spritzprobe“. Dazu hält man die Wabe waagerecht und stößt/schüttelt sie nach unten. Spritzt dabei Honig aus den Zellen, ist dies zu unreife, frische Tracht und sollte noch nicht entnommen werden. Mit einem Refraktometer kann man zumindest stichprobenartig vor Ort den Wassergehalt genau bestimmen (wenn auch nicht den Mittelwert über die Waben).
Stellt man erst nach dem Schleudern fest, dass der Wassergehalt zu hoch ist, hat man ein (ernstes) Problem!
Entnahme der Honigwaben in der Praxis
Eine Entnahme der Honigwaben erfolgt mit oder ohne Bienenflucht (Bienenflucht erklärt bei „beeventure.de“).
Kurz und sachlich zeigt den Einsatz der Bienenflucht das Video des StMELF (Dauer: 2:04min):
„Die Honigernte mit Bienenflucht“ ist ein Video von Dr. Gerhard Liebig, in dem parallel zum Einlegen der Bienenflucht und der Honigernte zwei Tage später, auch die Varroa-Kontrolle mittels des Einschubs/Einlageboden gezeigt wird. Restliche Bienen im Honigraum werden hier nicht abgefegt. (Dauer 11:50 min)
Beide bisherige Video-Beispiele waren mit Bienenflucht und zur Sommertracht-Entnahme, bei der die Räuberei-Gefahr deutlich höher ist, als bei den Frühtrachten. Auch sind hier die Waben meist voll mit Honig belegt und voll oder nahezu voll verdeckelt. Bei den ersten „Frühtrachten“ sieht das etwas anders aus.
„Honigernte 03.05.2020 ohne Bienenflucht“ (Imkerei Stefan Görsdorf) zeigt die Honigernte ohne Bienenflucht bei einer typischen Frühtracht-Entnahme. Nur die ersten 7 min sind zum Thema interessant. (Dauer: 12:23 min)
Wichtig ist es, wenn man nicht ganze Honigzargen entnimmt, genügend Transportzargen dabei zu haben und einen bienendichten Boden und Deckel, damit man die entnommenen Waben gleich abdecken kann.
Insbesondere bei den Frühtrachten und Sortentrachten im Frühjahr kommt es öfter vor, dass nur ausgewählte (verdeckelte) Waben aus einer Zarge entnommen werden, während die Bienen in anderen Waben der gleichen Zarge noch eintragen. Dann ist der Einsatz der Bienenflucht (Wahl des Zeitpunktes) schwieriger und im Arbeitsprozess weniger nützlich.
Das kurze sachliche Video des StMELF zeigt, warum eine Mörtelwanne bei der Waben-Entnahme hilfreich sein kann (Dauer: 2:11 min):
Für die Honigentnahme mit Bienenflucht spricht:
- Honigentnahme geht schneller, weil fast keine Bienen abzukehren sind und ggf. (wie im „Liebig-Video“ gezeigt) ganze Honigräume entnommen werden, ohne die Waben einzeln noch einmal abzukehren.
- da es nur ganz kurzzeitig offenen Honigwaben am Stand gibt, ist die Chance sehr niedrig, dass damit Räuberei ausgelöst wird (was insbesondere bei den letzten Sommertracht-Entnahmen ein hohes Risiko ist).
Gegen die Bienenflucht spricht:
- Es sind imer noch Restbienen auf den Waben, die in der Regel entfernt werden sollten (z.B. wenn die Waben danach im Auto transportiert werden)
- Die Bienenflucht muss 1-2 Tage vor Entnahme des Honigs eingelegt werden. Das erfordert eine extra Fahrt zum Bienenstand, wenn der Stand nicht in direkter Wohnortnähe ist.
- Wenn, wie bei Frühtrachten häufig, die Waben einzeln aussortiert werden (also nicht ganze Zargen) und dazu sowiso einzeln begutachtet werden, geht es ohne Bienenflucht genauso schnell. Außerdem ist es hier wegen der meist kontinuierlichen Tracht schwierig, den Honigraum für 2 Tage durch die Bienenflucht „zu sperren“ da die neue Tracht dann in der Zeit ins Brutnest kommt.
- Man benötigt eine ausreichende Zahl an Bienenfluchten (für jedes Wirtschaftsvolk), die auch extra beschafft, gelagert und gepflegt werden müssen.
- Wenn man die Waben sowiso noch einmal in die Hand nimmt (um nur verdeckelte zu entnehmen oder Restbienen zu entfernen), geht „abstoßen“ und „abkehren“ ebenfalls sehr schnell (bei entsprechender Übung).
Empfehlung: Jede sollte es mit einer Bienenflucht und Volk einmal versuchen und sich dann entscheiden, ob die Honigentnahme mit Bienenflucht zu ihr passt und ob sie dafür Bienenfluchten auch für die restlichen Wirtschaftsvölker anschafft.
Honigertrag der Völker beurteilen
Für die Einschätzung der eigenen Königinnen/Völker ist es sinnvoll den Honigertrag der einzelnen Völker abzuschätzen, auch wenn man kein Züchter ist. Wie das geht, seht ihr hier im entsprechenden Video des StMELF (Bayern, Dauer: 2:12 min)
Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier im biMOOC-Forum (oncampus) direkt zu diesem Inhalt, oder als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren.
Honig, Inhaltsstoffe und Honigsorten
Wissenswertes über Honig
Im folgenden kompakten Text wird jeweils auf entsprechend ausführlichere Abschnitte in den Bereich „Honig und Mensch“ (die-honigmacher.de) oder teilweise auf die Begriffserklärungen in der Wikipedia verlinkt:
Honig, was ist das?
Sehr einfach könnte man sagen „Honig ist die Zukerreserve eines Bienenvolkes“ oder „Honig ist das süße Nahrungsmittel, was wir aus den Waben der Honig-Bienen gewinnen.“ Da das recht unspezifisch ist, gibt es eine genauere Definition von Honig:
„Honig ist der natursüße Stoff, der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.“ ~Honigverordnung von 2004, Anlage 1, Abschnitt 1
Das Video „Foodscan Honig“ (Galileo, ProSiebe) stellt den Honig und seine Bestandteile (und Geschichte) gut, interessant und unterhaltsam (professionell) vor. (Dauer 5:20 min):
Was ist im Honig drin (Inhaltsstoffe)?
- ca. 80% Zucker, vor allem Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose)
- ca. 16-18% Wasser
- ca. 2-3% andere Inhaltsstoffe: Mineralstoffe, Enzyme, Aminosäuren und Eiweiße, organische Säuren, Vitamine, Aroma- und Farbstoffe, Antioxidantien, Pollen, Bienenwachs etc. … aber hoffentlich keine „Rückstände“ (Gifte und gesundheitsschädliche Stoffe)
Ob Honige eher kristallin oder flüssig sind und wie schnell sie kristallisieren liegt im Wesentlichen am Verhältnis von Glukose und Fruktose im Zuckeranteil. Honige, die flüssig oder sehr lange flüssig bleiben (wie z.B. Robienien/Akazien-Honig) enthalten sehr viel Fruktose (Fruchtzucker), während Honige die sehr schnell kristallisieren (z.B. Rapshonig) viel Glukose (Traubenzucker) enthalten. Zucker macht dick, auch wenn er im Honig ist. Aber wie immer kommt es auf die richtige Menge im Verhältnis zum Energieverbrauch (z.B. Bewegung) an. Glukose geht schnell ins Blut (wird sehr schnell in Energie umgewandelt). Fruktose ist viel süßer (viel höhere Süßkraft), ist aber in den letzten Jahren in Verruf gekommen, da sie einige Krankheiten fördern kann (Gicht u.a.).
Die positiven Eigenschaften von Honig rühren vor allem aus den 2-3% „anderen Inhaltsstoffen“ her. Da diese „anderen Inhaltsstoffe“ unter anderem sicherstellen, dass Honig auch in Jahrhunderten nicht verdirbt (bei geeigneter Lagerung), haben diese gewisse hemmende und abtötende Wirkungen auf Pilze, Bakterien (antibakteriell und antimykotisch) und evtl. auch hemmende Wirkungen auf einige Viren. Da sich diese positiven Eigenschaften (auch einige der Zuckerverbindungen) nicht nur durch Essen (innerlich) nutzen lassen, gibt es auch etliche „äußerliche“ Anwendungen/Nutzungen von Honig (Kosmetik, Hautpflege, Naturmedizin). Mehr dazu siehe im Abschnitt „Detailliertere weitere Informationsquellen“ weiter unten.
Honigarten und Honigsorten:
Es gibt Blütenhonige (Nektarhonige) und Honigtauhonige. Die Honige unterschiedlicher Pflanzen und Herkunft unterscheiden sich nicht nur in Geschmack, Geruch und Farbe, sondern auch im Spektrum der Wirkstoffe.
Honigtau-Honige sind meist aromatischer und dunkler als Blütenhonige. Frühtrachthonige sind meist milder als Sommertrachthonige. Sommertrachthonige sind häufiger eine Mischung aus Blütenhonig und Honigtauhonig, als Frühtrachthonige (auch weil es dann mehr Läuse und weniger Blüten gibt).
Sortenhonige
Wird ein Honig mit einer „botanischen Herkunftsangabe“ (z.B. „Rapshonig“) versehen, so gilt:
-
Honigverordnung (HonigV) § 3 (2): „Sortenhonig ist Honig, überwiegend von der angegebenen botanischen Herkunft UND die sensorischen, physikalisch-chemischen und mikroskopischen Merkmale des Honigs entsprechen dieser Herkunft.“
Achtung: In der deutschen Lebensmittelkennzeichnung bedeutet „überwiegend“ juristisch nicht einfach „mehr als 50%“. Es bedeutet, dass die genannte Sorte den charakteristischen Anteil prägen und die wesentliche Eigenschaft des Produkts bestimmen muss. Dies wird durch eine Gesamtbetrachtung festgestellt.
Die entscheidende Aussage
- NEIN, es reicht nicht aus, wenn nur über 50% des Nektars/Honigtaus von einer Sorte stammt.
- JA, es muss eine überwiegende Prägung in Sensorik, Pollenbild und Eigenschaften vorliegen. In der Praxis führt dies oft zu Anteilen von mehr als 60-80% der genannten Tracht, damit sie den Honig wirklich dominiert.
- Beispiel Robinie: Ein Honig mit 60% Robinientracht und 40% intensiverer Frühlingsblüte schmeckt oft nicht mehr typisch mild nach Robinie und darf dann nicht so bezeichnet werden.
Praktische Kriterien für die Sortenbezeichnung (nach D.I.B.-Praxis & Rechtsprechung)
Für eine Sortenbezeichnung (z.B. „Rapshonig“) müssen gleichzeitig drei Ebenen erfüllt sein:
- Sensorische Ebene (Geschmack & Geruch): Der Honig muss den typischen, eindeutigen Geschmack und Geruch der genannten Trachtpflanze aufweisen (z.B. mild-blumig bei Rapshonig, sehr mild und hell bei Robinienhonig). Eine sensorische Prüfung (z.B. durch Verkostungspanel) ist entscheidend.
- Pollenanalytische Ebene (Mikroskopie): Die pollenanalytische Untersuchung muss zeigen, dass die Pollen der genannten Sorte absolut dominieren. Eine einfache Prozentangabe ist oft unzureichend, da Pollenmengen je nach Pflanze variieren. Es geht um den charakteristischen Anteil.
- Physikalisch-chemische Ebene: Die typischen Werte der Sorte müssen passen (z.B. extrem langsame Kristallisation und hoher Fructoseanteil bei Robinienhonig; rasche feinsteife Kristallisation und helle Farbe bei Rapshonig).
Im Labor lässt sich das über Geschmack, Pollengehalt und elektrische Leitfähigkeit bestimmen. Gerade die Pollenanalyse lässt hier sehr gute Rückschlüsse zu. Da aber jede Blütenart (z.B. Kastanie) eine unterschiedliche Zahl an Pollen „mitgeben“, also mehr oder weniger Pollen im Nektar landen (was sich noch einmal beim „Wasserentzug“ bis zum reifen Honig verschiebt), ist es nicht so einfach, dass mehr als 60-80% Pollen einer Blütenart auch gleich bedeutet, dass auch mehr als 50% Honig dieser Blütenart drin ist. Deshalb gibt es spezielle Tabellen, ab welchem Pollenantei (z.B. von Kastanie) auch mehr als 70% Kastanienhonig enthalten ist. Aufgrund der Kosten der Honiganalyse (inkl. Pollenanalyse) verzichten viele Hobbyimker darauf und verlassen sich auf ihre Beobachtung und Erfahrung bei typischen Sorten-Honigen. Deshalb ist es nicht selten, dass die Sortenangabe auf den Gläsern nicht korrekt ist (obwohl das eigentlich nicht sein dürfte).
Außer Robinienhonig, der sehr lange flüssig bleiben kann, werden alle Blütenhonige in Deutschland in relativ kurzer Zeit (ca. 1-6 Wochen) fest. Sie kristallisieren. Werden sie im Kristallisationsprozess „gerührt“, bleiben die entstehenden Kristalle klein und der Honig wird entsprechend „cremig“. Mit der Art und Weise wie eine Imkerin „rührt“, hat sie einen gewissen Einfluss auf die Konsistenz des Honigs nach der Kristallisation, also im „festen Zustand“.
Wird eine Region für den Honig angegeben „Chemnitzer Honig“ (o.ä.), dann muss auch diese Angabe stimmen und der Honig zum überwiegenden Teil in Chemnitz gesammelt worden sein. Dies ist noch schwerer nachprüfbar. Hier hilft vor allem das Vertrauen zur jeweiligen Imkerin oder Bezugsquelle.
Honigsorten:
Im Abschnitt „Honigarten“ des Wikipedia-Artikels zu Honig sind viele typische Honigsorten kompakt beschrieben und charakterisiert (sehr interessant und lesenswert). Hier werden nur einige Beispiele genannt und auf entsprechend detailliertere Beschreibungen auf „die-honigmacher.de“ und ggf. weitere Quellen , zur jeweiligen Sorte verlinkt:
- „Frühjahrsblüte“ / „Frühtracht“ (u.ä.): eine Sammelbezeichnung wenn z.B. nur einmalig im Frühjahr geschleudert wird. Meist wird im Frühjahr hauptsächlich Nektar aus Blüten gesammelt und weniger Honigtau, weshalb „Frühjahrsblüte“ in den meisten Fällen „ok“ ist.
- „Sommertracht“ (u.ä.): Bei z.B. einmaliger Schleuderung im Sommer, ist man mit „Sommertracht“ auf der sichereren Seite, da oft nicht klar ist, ob mehr als 50% „Sommerblüten-Anteil“ im Honig ist, oder ein größerer Anteil an Honigtau.
- Obstblütenhonig, ..
- Rapshonig, ..
- Robinienhonig / Akazienhonig (beide Bezeichnungen sind das Gleiche)
- Lindenhonig, aromatisch, oft auch in städtischen Sommertracht-Honigen zu einem größeren Anteil enthalten.
- Heidehonig, ..
- Löwenzahnhonig, ..
- Edel-Kastanienhonig, ..
- Kleehonig, ..
- Kornblumenhonig, ..
- Buchweizenhonig, ..
- Sonnenblumenhonig, ..
- Phaceliahonig, ..
- Tannenhonig, ..
- Waldhonig, ist nur zulässig, wenn der Honigtau-Anteil größer 50% ist und im Wald gesammelt wurde. Wurde er z.B. im „Stadtpark“ gesammelt, ist die Bezeichnung falsch.
- Blatthonig, ist die sicherere Bezeichnung, wenn der Honigtau-Honig in urbanen Gebieten (z.B. Stadt) gesammelt wurde, wo er meist von Laubbäumen wie Linde, Eiche oder Ahorn stammt.
bekanntere Importhonige:
- Eichenwaldhonig, ..
- Lavendelblütenhonig, ..
- Manuka-Honig, ..
- Orangenblütenhonig, ..
- Tamariskenhonig, ..
- Tasmanischer Lederholzhonig, ..
- Thymianhonig, vor allem aus Griechenland / Kreta
- Tupelohonig, Der Honig wird besungen mit dem Lied Tupelo Honey von Van Morrison,
- Jellybush-Honig, „Australischen Manuka“, wegen einiger Gemeinsamkeiten zum neuseeländischen Manuka-Honig, soll geleeartig kristallisieren.
- Eukalyptushonig, gibt es aus Honigtau-Honig und als Blütenhonig, riecht leit nach Eukalyptus, schmeckt aber nicht danach.
Nur ca. 20% des in Deutschland verbrauchten Honigs werden auch in Deutschland erzeugt. Die restlichen 80% sind Importhonige, wobei davon wiederum nur ca. 25% aus EU-Ländern stammen.
Detailiertere weitere Informationsquellen im Netz:
- „Honig„, Der Wikipedia Artikel fasst viele Aspekte und Themen zu Honig ausführlich zusammen.
- „Die Inhaltsstoffe des Honigs„(die-honigmacher.de), ist ein ganzer Abschnitt, welcher sehr detailliert, vor allem textlich, die Inhaltsstoffe des Honigs erläutert. Wobei „Die Zucker“ die Zuckerthematik detaillierter behandelt.
- „Darum ist Honig gesund!“ (eatsmarter.de) setzt sich ausführlich mit den positiven Eigenschaften von Honig auseinander.
- „Wie gesund ist Honig? Infos und Einschätzungen“ (focus.de), setzt sich (verständlich) mit den gesundheitlichen Fragen zum Honig auseinander.
- „Honigsorten und Sortenhonige“ (die-honigmacher.de) geht ausführlich, textbasiert auf die Thematik der Honigsorten, Sortenhonige und Importhonig ein.
- Die „Leitsätze für Honig“ können als PDF Dokument vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heruntergeladen werden.
Kommentare/Hinweise:
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Wie der Honig entsteht
Der Weg vom Nektar und Honigtau zum Honig
Ein sehr schön erklärendes Video zur Entstehung von Honig aus Nektar und Honigtau ist diese „Sachgeschichte“, die nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene interessant ist. (Dauer 6:57 min):
Im folgenden kompakten Text wird jeweils auf entsprechend ausführlichere Abschnitte in den Bereich „Honig und Bienen“ (die-honigmacher.de) oder teilweise auf die Begriffserklärungen in der Wikipedia verlinkt:
Der Weg vom Nektar und Honigtau zum Honig:
Im letzten Abschnitt ihres Lebens sind die Arbeitsbienen „Flugbienen“ (ca.ab dem 20. Tag nach dem Schlüpfen). Dann sammeln sie Wasser, Baumharze (für Propolis), Pollen (für Fütterung der Brut), sowie Nektar und Honigtau für den Honig. Aufgrund dieser unterschiedlichen gesammelten Bestandtteile kann Honig auch gewisse geringe Anteile an Pollen und Propolis , und aufgrund seiner Lagerung auch Bienenwachs, enthalten.
Nektar wird als zuckerhaltiger Saft von Blüten erzeugt. Honigtau entsteht als ausgeschiedener Saft von saugenden Insekten (Läuse, Zikaden), weshalb er als zuckerhaltige, klebrige Tropfen auf Pfanzen auftritt, die z.B. von Läusen befallen sind, weshalb er auch manchmal negativ/abfällig „Läusekacke“ genannt wird.
Beides ist allerdings wegen des zu hohen Wasseranteils noch verderblich, weshalb in einem mehrfachen Verarbeitungsprozess (Umtragen) durch die Bienen sowohl dem Nektar, als auch dem Honigtau Wasser entzogen wird, und einige Stoffe und Entzyme zugefügt werden, die das Endprodukt (den Honig) haltbar machen. Außerdem werden Rohrzucker Bestandteile (Saccharose, Mehrfachzucker) im Nektar und teilweise auch noch im Honigtau durch zugesetzte Enzyme in die „Einfachzucker“ Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose) aufgespalten. So produzieren die Bienen ca. aus 3 kg Nektar 1kg „reifen“ Honig (hängt vom jeweiligen Zuckergehalt des Nektars ab, welcher je nach Pflanzenart und Wetterbedingungen variiert). Die Honigtau-Verarbeitung ist meist etwas weniger aufwändig, da der Aufspaltungsprozess der Mehrfachzucker (Rohrzucker) bereits durch die saugenden Insekten (Läuse) weitgehend durchgeführt wurde und auch der Wassergehalt im Honigtau bereits geringer ist. Zusätze, die in diesem Prozess durch die Insekten dem Honigtau zugefügt wurden, sind auch im späteren Honig enthalten, wodurch Honigtau-Honig (z.B. Waldhonig) besonders aromatisch ist.
Ist der Honig haltbar, also fertig bzw. „reif“, dann werden die entsprechenden Honigwaben-Zellen von den Bienen „verdeckelt“, also mit einem „Wachsdeckel“ verschlossen.
Am Anteil der verdeckelten Zellen auf einer Honigwabe (min. 50% der Fläche) kann abgeschätzt werden, wann eine Wabe „reif“ ist und geschleudert werden kann, um haltbaren hochwertigen Honig zu gewinnen.
Hinweis: nur ein Teil des gesammelten Nektars und Honigtaus wird zu „reifen“ Honig verarbeitet. Der Rest wird für den Energiebedarf aller Bienen des Volkes und teilweise auch für den Futtersaft der Brut vorher selbst aufgebraucht.
Detailiertere und weitere Informationsquellen im Netz:
- „Honigbereitung und Honigreifung“ (die-honigmacher.de), ist ein ganzer Abschnitt, welcher sehr detailliert den Prozess der Honigentstehung, inklusive die chemischen Abläufe erläutert. Der Unterabschnitt „Einführung in die Honigbereitung“ enthält auch ein informatives Video, wie Bienen Honig-Zellen füllen und leeren.
- Der Abschnitt „Entstehung“ des Wikipedia-Artikels zu „Honig“ erklärt den Prozess ebenfalls relativ genau (mit einigen chemischen Hintergründen) aber trotzdem noch kompakt.
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Königin beschneiden
Bienen-Königin einen Flügel beschneiden
(zur Schwarmverhinderung)
Eine heutzutage umstrittene und oft (rigoros und fanatisch) abgelehnte, aber effektive, Möglichkeit das Wegschwärmen zu vermeiden, ist das Beschneiden eines Flügels der Bienenkönigin. Ziel ist es, dass beim Schwärmen die Königin nur ein paar Meter fliegen kann und der Schwarm so sehr schnell und einfach eingefangen werden kann (oder von selbst zurück fliegt) und die wertvolle „Zuchtkönigin“ und der Schwarm nicht verloren geht.
Überlegung/Denkanstoß: Bevor man dies generell ablehnt, sollte man bedenken, dass auch all unser Geflügel (Enten, Hühner, Gänse, Wachteln usw.) die Flügel gestutzt bekommt, um nicht wegzufliegen. Eine begattete Bienen-Königin fliegt nur noch zum Schwärmen und das in der Regel nur noch 1-2 Mal in ihrem Leben. Ob nun 2000 Eier am Tag legen, weniger belastend ist, als ein ca. 1/3 gestutzter Flügel (nach bisheriger Erkenntnis wahrscheinlich schmerzfrei)? Wie viele Bienen kommen durch Varroa schlimm verkrüppelt auf die Welt und quälen sich durch ihr ganzes Leben? Die Säuren zur Varroa-Behandlung verätzen auch die Bienen – sicherlich ebenfalls eine viel schlimmere Tortur (Quälerei) für alle Bienen und nicht nur „Eine“. Trotzdem habe ich Verständnis für alle, die das Flügel-Beschneiden bei Bienenköniginnen ablehnen, genauso wie ich Verständnis für Imker habe, die dies tun (insbesondere, wenn es wertvolle Zuchtköniginnen sind). Gerade die Königinnen für die Zucht leben zum Zuchtzeitpunkt meist im dritten Jahr (im Zweiten stellt sich erst raus, ob sie gut sind). Das ist aber auch das Jahr, in dem die Schwarmneigung deutlich höher ist. Der Verlust einer solchen Königin ist dann schon sehr ärgerlich.
Meist wird von Gegnern des Flügel-Beschneiden § 1 des Tierschutzgesetzes angeführt: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ , worauf die Frage folgt, „Was ist ein vernünftiger Grund?“(eine endlose, ermüdende, emotionsgeladene, aber oft auch wichtige Diskussion, um immer „verhältnismäßig“ zu bleiben)
Ich selbst beschneide meine Königinnen nicht (aber ich züchte nicht explizit und habe nicht sooo „wertvolle“ Königinnen).
Das Video „Buckfast-Königin Beschneiden und Zeichnen 2015“ zeigt das Flügel-Beschneiden bei einer Königin un dderen anschließende Zeichnung mit blauem Plättchen (Jahresfarbe 2015/20/25 etc.). (Dauer: 2:55 min):
Weitere Informationsquellen zum Flügel-Beschneiden im Netz:
- „Bienenkönigin Flügel schneiden“ (imkerpate.de)
- „Soll man der Königin einen Flügel stutzen?“ (bienen & natur), Meinung von Dr. Gerhard Liebig
- „Meine Betriebsweise als Grundlage meines imkerlichen Erfolges“ (pedigreeapis.org), Vortrag von Bruder Adam, 4.9.1960, indem er darstellt, dass das Flügel-Schneiden eine Selbstverständlichkeit in seiner Bienenhaltung darstellt.
- Schwarmvorbeuge (Link direkt zum PDF-Download), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Dieses bereits empfehlend Dokument enthält ebenfalls einen Abschnitt zm Flügel beschneiden.
Auch das folgende Video zeigt das Flügel- Beschneiden und Zeichnen der Königin. Wenn man darauf achtet, sieht man, dass die Königin nach dem Schneiden (und vor dem Zeichnen) nicht aufgeregter ist, wie vorher, was vermuten lässt, dass der bisherige Wissensstand, dass das Schneiden keinen Schmerz verursacht, stimmen könnte. (Dauer 3:42min):
Kommentare/Hinweise:
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